Mein erster Liebesratgeber ODER warum ich meinen Traummann magisch anziehe, ohne dass ich etwas davon mitkriege

22. Januar 2014 | Von | Kategorie: Molli-Mädel und die Männer (Mollige Liebe), Mollig im Alltag, Mollis Meinung über ...
Mein erster Liebesratgeber ODER warum ich meinen Traummann magisch anziehe, ohne dass ich etwas davon mitkriege (Copyright: © bluedesign - Fotolia.com)

Mein erster Liebesratgeber ODER warum ich meinen Traummann magisch anziehe, ohne dass ich etwas davon mitkriege (Copyright: © bluedesign – Fotolia.com)

Auch wenn mein Herz jetzt noch piekst, habe ich mir das Augenzwinkern auf das Leben bewahrt. Ja, ich kann sogar behaupten, dass ich viel Positives aus den vergangenen drei Liebeskummermonaten mitgenommen habe und versuche, das ganze Dilemma nicht auf meine runden Hüften, den Rettungsring um meinen Bauch und meine viel zu große Oberweite zu schieben.

Zwischenmenschliche Dinge passieren eben einfach. Blöd, ist aber so.

Und doch habe ich es unterschätzt, dass das Herz so wehtun kann. Ich wusste es bis heute irgendwie nicht. Ein Armutszeugnis mit Mitte 30?! Vielleicht …

Wie dem auch sei: Sich so einfach in das Gegebene zu fügen, ist nicht mein Ding. Und deshalb habe ich beschlossen, dass außergewöhnliche Situationen außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Sprich, ich habe mir mein erstes „Hilf dir selbst, dann wird die geholfen“-Buch organisiert. Meine Wahl fiel auf „Er steht auf dich! Sei du selbst, und er wird sich verlieben“ von Dr. Stefan Woinoff (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von MOSAIK Verlag).

Die Überschrift auf dem Innenklapptext des Covers „Den Traummann magisch anziehen“ klang schließlich schon mal ganz vielversprechend. Gut, mit dem, für den mein Herz schlug (und es wahrscheinlich immer noch tut), hat es nicht geklappt, aber da hatte ich das Buch ja schließlich auch noch nicht (jetzt muss ich irgendwie lachen… wie albern… ;-)).

Jetzt heißt es, sich schleunigst auf das nächste Objekt der Begierde zu konzentrieren. So der heroische Gedanke; sich bloß nicht hängen lassen. Besonderes Merkmal des Buches: Es ist von einem Mann geschrieben. DER  muss es schließlich wissen, wie ich mir einen Mann angeln kann. Er ist schließlich selbst einer. Obwohl ich vorwegnehmen muss, dass ich während der Lektüre des Buches irgendwie ins Straucheln kam, ob so ein Ratgeber-Buch wirklich so eine gute Idee für mich ist. Aber mit Sätzen wie „Das, was Sie ausmacht, ist einzigartig!“ und „Das hat nur eine. Nur Sie!“ war ich in meiner emotional angeschlagenen Phase einfach auch leichte Leserinnenbeute.

Was soll ich sagen: Klar ist eine Frau in meiner Lage sensibel und will GENAU DAS hören!

„Wenn Sie Ihre Stärken unterstreichen und sich ganz natürlich so verhalten, wie es Ihrem Charakter entspricht, werden Sie automatisch den richtigen Mann anziehen.“

Ähhh, aaaa jaaa, so einfach ist das also … und ich dachte, dass hätte ich die vergangenen Jahre schon gemacht…

O.K.! Haken dran.

„Und für den richtigen Mann ist eine Frau so, wie sie ist, unwiderstehlich.“

Ähh, wieder aha! Also, da bin ich doch irgendwie genauso schlau wie am Anfang. Denn ich dachte eigentlich immer, dass ich immer so bin, wie ich bin. Komisch! Und richtig geklappt hat es mit dieser Weisheit nicht.

Aber O.K., auch hier einen Haken dran.

„Ihr Traummann wartet schon auf Sie!“

Na toll… und wo bitte schön?! Puh … und DAS war nur der Innenklapptext des Covers.

Das konnte ja heiter werden.

Aber nein, irgendwie wurde es ganz und gar nicht heiter.

Die Vier-Frauentypen-Psychologie, die bei der Lektüre des Buches auf mich wartete, war mir einfach eine zu wissenschaftliche Herangehensweise. Es war trocken. Mag sein, dass sowas hilft, wenn man die Suche, Selbstfindung oder wie man es für sich auch bezeichnen möchte in einer weniger emotionalen Phase beginnt. Aber mit einem aufgerissenen Herz wie meines eines ist, hat mich das Buch eher verunsichert und, ja, auch irgendwie traurig gemacht.

Vielleicht ist einfach diese Baustein-Psychologie nichts für mich?! Denn irgendwie habe ich in allen Frauentypen Aspekte meines Charakters wiedergefunden. Aber vielleicht ist das schon mein Fehler 😉

Scheint aber nicht so zu sein, denn der Pressemitteilung zu dem Buch steht: „Trotz der Vielfältigkeit der menschlichen Charaktere gibt es vier emotionale Grundtypen, und jeder Mensch ist daraus eine ganz individuelle Mischung. Jeweils zwei der vier Grundtypen sind in ihrer Charakterstruktur gegensätzlich, aber zugleich auch das Spiegelbild des anderen. Sie ergänzen sich also komplementär. Der Eine hat Angst vor Nähe, der Andere vor Vereinzelung, ein Dritter vor Veränderung und ein Vierter, dass alles so bleibt. Menschen mit jeweils komplementären Charakterstrukturen haben eine besondere Affinität zueinander und ziehen sich wie Plus- und Minuspole an. Daher werden sie häufig auch ein Paar. Zum Beispiel ist der Vielredner mit einer Zuhörerin verbunden, die Lebenslustige mit einem Schwermütigen und der Genaue mit einer Chaotin.“

Also, ich weiß nicht… irgendwie sind die Paare in meiner Umgebung anders gestrickt.

Und: Wer so verkopft an die Liebe herangeht, der hat doch schon im Vorfeld verloren, oder?  Fordert das Buch in seiner Machart nicht genau das („Schalte den Kopf ein“), von was es mir eigentlich abrät („Denk nicht so viel“) oder so ähnlich? Hmmm…

Ich dachte, Liebe hat mit etwas anderem zu tun… vielleicht eine zu träumerische Vorstellung für die heutige Zeit…

Puh,…. Ich bin verwirrt.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren!

Was mich betrifft: Ich gebe nicht auf… Da liegt schon das zweite Buch bereit, das über meinen Modestil u. a. auch an meine Dating-Psyche herankommen will: „Der perfekte Stil. Den eigenen Typ betonen – einfach gut aussehen“ von Nina Garcia. Optisch ist das Buch schon mal sehr ansprechend.

Ich bin gespannt.

 

Schlagworte: , , , , , , , , , , , ,

10 Kommentare auf "Mein erster Liebesratgeber ODER warum ich meinen Traummann magisch anziehe, ohne dass ich etwas davon mitkriege"

  1. Stephanie sagt:

    Liebe Mollige in der City ;-),

    also, wo fange ich nur an? Natürlich tut es immer sehr weh, wenn eine Liebe zu Ende geht. Das Positivste dabei ist wahrscheinlich, dass man es früh genug gemerkt hat, dass es doch nicht zusammenpasst…
    Was ich als Frau von 50+ raten würde, um den Mann fürs Leben kennen und lieben zu lernen? Ganz einfach: Lenken Sie Ihren Blick von sich selbst weg und konzentrieren Sie sich auf Ihr Gegenüber! Sehen Sie sich den Menschen genau an, mit dem Sie es zu tun haben. Was ist das für ein Mann? Welche Charaktereigenschaften hat er? Wie redet er und – noch viel wichtiger – wie handelt er? Haben Sie ein echtes Interesse an diesem Menschen?
    Viel wichtiger als Verliebtheit ist ohnehin, dass es Interessantes zu erzählen, Spannendes zu erleben und Nachdenkliches zu teilen gibt. Mit über 30 Jahren wissen Frauen, wer sie sind und was sie mögen. Sie haben es nicht nötig, irgendjemandem etwas vorzuspielen. Doch erst, wenn Sie merken, dass Sie sich in der Gegenwart eines Mannes so richtig wohl und wie zu Hause fühlen, ihn wirklich als Menschen mögen und schätzen, könnte es tatsächlich ernst werden. Und diese Art von Verbindung hält auch länger als rosarote Verliebtheit mit Zuckerguss. Sie werden staunen, dass es ein weit tieferes Gefühl als Verliebtheit gibt. Ach ja, und bevor ich es vergesse: Die „Männer auf den zweiten Blick“, die leider oft übersehen werden, sind meist die Besseren! Aber das werden Sie schnell merken, wenn Sie beginnen, den Menschen im Mann zu sehen…

    Ich hoffe, diese Gedanken helfen und vertreiben die trüben Gedanken!

    Herzliche Grüße von
    Stephanie alias die Modeflüsterin

    • Molli March sagt:

      Liebe Modeflüsterin,

      lieben Dank für deinen Kommentar. Ich schätze es sehr, dass du mir mit deinen lieben Worten ein wenig die Trübsal nehmen willst. Es funktioniert 🙂

      Ich glaube, genau das ist es, was nun so (anders und doch intensiv) schmerzt: Es war ein „Mann auf den zweiten Blick“. Ich kannte ihn schon ein paar Monate, er ist „durch einen Seitengang“ in mein Leben eher gerutscht und ich habe ihn erst gar nicht wahrgenommen. Diesen „rosaroten Zuckerguss“, wie du es so schön in Worte fasst, gab es demnach eigentlich nie.

      Ich finde deine Worte wunderbar … danke … aber ich finde, es ist schwer, heute in einer Beziehung diese Wohlgefühl zu finden. In Zeiten, wo der schnelle Austausch wichtiger ist als das „an etwas arbeiten“.

      Aber nicht aufgeben, heißt es … irgendwo da draußen …. irgendwo da draußen 🙂

      Liebe Grüße
      Molli

      • Stephanie sagt:

        Liebe Molli,

        nach Deiner Antwort bin ich mir jetzt ganz sicher, dass Du den lieben Menschen an Deiner Seite noch finden wirst. Wer einmal den Zweiten-Blick-Mann erlebt hat, schaut auch beim nächsten Mal wieder richtig hin und entdeckt viel mehr… 🙂

        Liebe Grüße von
        Stephanie alias die Modeflüsterin

  2. buttercup sagt:

    schön mal wieder was von dir zu lesen 🙂
    ich habe auch das eine oder andere ratgeber buch gelesen, aber gebracht hat es mir nichts, ich glaube es bringt nur denen etwas, die damit geld machen 😀
    die beste weisheit hab ich aus einem hollywood streifen (du darfst ruhig lachen): wenn ein mann dich sehen will, dann wird er dich sehen, also sich melden … wenn er sich nicht meldet, will er dich nicht sehen
    klingt nicht wirklich tiefgründig, aber da ist wirklich was dran, es bringt nix einem mann nachzulaufen, ein mann der wirklich mit einem zusammen sein will, der bemüht sich auch um einen
    ich würde mir an deiner stelle das geld für die ratgeber sparen und es für etwas ausgeben, was dir gut tut, ein wellness tag, ein neues hübsches kleid, ein schönes schmuckstück, etwas, was dich froh macht und dich zum strahlen bringt
    lg 🙂

    • Molli March sagt:

      Hi Buttercup,

      schön, von dir zu lesen.

      Na, den Film kenn ich 😉 „Er steht einfach nicht auf dich“, oder?
      Ui, irgendwie ist mein Artikel viel ernster rübergekommen, als er gemeint war… hmmm…
      Mir ist bewusst, dass diese Bücher nicht wirklich helfen… und dem wollte ich mit einem Augenzwinkern den Spiegel vorhalten… denn bei Erstellung des Artikels habe ich viel gelacht… Ok, daran muss ich also noch arbeiten 😉

      Was ich jedoch denke: Einen Schmerz zu verarbeiten heißt nicht, noch hinter jemanden herzulaufen. Es ging mir in dem Artikel eher darum, nach vorne zu schauen (mit dem Buch ;-)), obwohl das Alte im Herzen noch piekst…

      Lieben Dank für den Hinweis… ich werde es im nächsten Artikel berücksichtigen.

      Liebe mollige Grüße
      Molli March

      • buttercup sagt:

        Dass du ihm nachgelaufen bist, wollte ich natürlich nicht sagen. Ich meinte das nur allgemein als das, was ich selbst aus dem Film mitgenommen habe ;). Und du hast natürlich recht, genau der Film war es ;). Es ist ja auch nicht alltäglich, dass man mal was aus einem Hollywoodfilm lernen kann. 😀
        Ich hab mal in einem Ratgeber gelesen, dass eine Frau erst beim 95. Date ihren Prinzen fand, das wäre doch ein Vorsatz für 2014-haha.

        • Molli March sagt:

          OH MEIN GOTT… 95 Dates 😯 ?! … In einem Jahr?!?!?! *zitter, zitter vor Entsetzen*

          Ich habe gerade einen Artikel in Arbeit, in welchen auch meine Dating-Erfahrungen ein wenig einfließen…

          Ganz ehrlich: Das halte ich nie durch 😉

          Puh, dass muss ich erstmal schlucken 😀

  3. Sabine sagt:

    Ich kann da nicht mitreden. Bin in der glücklichen Situation, dass ich meinen Mann schon im Teeniealter kennengelernt habe. Der hat es schon ziemlich lange mit mir ausgehalten.
    LG Sabine

    • Molli March sagt:

      Hallo Sabine,

      ach, über Liebe kann jeder mitreden 🙂 Das ist eine schöne Geschichte. Mich würde interessieren, wie sich dieses Liebe über die Jahre entwickelt und vor allem, wie sie so wunderbar lange gehalten hat.

      Magst du ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern?

      Übrigens habe ich deinen Blog besucht. Gefällt mir 🙂

      Hab einen schönen Tag.

      Liebe Grüße
      Molli

Schreibe einen Kommentar